Das Anrichten von Zusatznahrung hat mehrere Klippen die es zu umschiffen gilt. Als trainierter Papa will ich hier einige Lösungsansätze präsentieren :-)

Bei der Zubereitung treten drei Probleme auf:

  • Keimfreies Wasser
  • Die richtige Temperatur
  • Die sterile Flasche

Problem 1: Keimfreies Wasser
Wie schon weiter unten berichtet haben wir uns nach einigen Versuchen mit selbst abgekochtem Wasser inzwischen auf keimfreies Wasser aus dem Tetrapack eingestellt. Beim selbst Abkochen gibt es einmal das Nitrat Problem (bei der Gemeinde anfragen, das Leitungswasser sollte unter 10 mg/L Nitrat aufweisen), zum anderen ist das Timing sehr schwer. Koche ich nämlich mein Wasser dann ist es danach recht heiß! Zu heiß für Babys Nahrung.

Laut Angeben der Hersteller sollte die HA Zusatznahrung bei etwa 40 Grad ins Wasser gerührt werden, man muss also das 100 Grad heiße Wasser erst mal abkühlen lassen. Derweilen schreit das hungrige Baby. Auf Vorrat kochen und in der Thermoskanne zwischenlagern hat für mich auch einen etwas faden Beigeschmack, zwar bleibt das Wasser in der Kanne vermutlich einige Stunden keimfrei, aber dafür muss die Kanne täglich desinfiziert werden. Im Kühlschrank lagern geht gar nicht, weil da wimmelt es bekanntlich nur so von Keimen (die sind wegen der Kälte zwar verlangsamt, aber nicht tot).
Um etwas Schwung raus zu nehmen… wir haben etwa 2 Wochen lang unser Wasser gekocht, und mit abgekühltem vorher gekochtem Wasser aus der Thermoskanne vermischt (auf etwa 40 Grad). Ist nicht perfekt, aber unserem lieben Baby gehts trotzdem prima.

Problem 2: Die Temperatur
Laut Hersteller soll die Zusatznahrung bei etwa 40 Grad eingerührt werden. Dem Baby ist das Ganze dann mit 37 Grad zu präsentieren. Um hier das korrekte Procedere zu finden helfen nur Testreihen.

Ich habe folgenden Modus für uns gefunden: Das abgekochte Wasser wird bei 5 Grad im Kühlschrank gelagert, dazu ein mit abgekochtem Wasser vorbereiteter Kindertee (Sidroga, Fenchel, Anis, Kümmel), auch bei 5 Grad. Zur Herstellung von 160 ml Zusatznahrung nehme ich nun 120 ml Wasser, gebe es bei 560 Watt eine Minute in die Mikrowelle. Danach hat das Wasser ziemlich exakt 46 Grad. Dann kommen vier gestrichene Löffel BEBA HA PRE rein, 10 ml Tee (5 Grad) und Auffüllen auf 160 ml mit Wasser (5 Grad). Jetzt schön schütteln. Das Ergebnis ist frisch, hat drei Minuten gedauert und hat recht exakt 36 Grad Celsius.

Das Wesentliche dabei ist die Mikrowelle, sie erlaubt die genaue Rekonstruktion der Umstände. Zur Herstellung von 120 ml nehme ich 80 ml bei 560 Watt/40 Sek, für 200 ml gehen 150 ml bei 560 Watt/80 Sek weg.

Problem 3: Die Fläschchen
Eine Weile lang haben wir unsere Fläschchen vor dem Zubereiten der Zusatznahrung im Kochtopf ausgekocht. Das ist jedoch recht unpraktisch weil (a) viel Energieverbrauch und (b) unser Wasser soviel Kalk enthält, das die Flaschen fast schon weißgrau sind.
Auf Vorrat auskochen ist (zumindest im Sommer) auch gar nicht gut, denn welche Küche ist schon keimfrei (Kühlschrank siehe oben).

Also langer Rede kurzer Sinn, wir haben uns einen Dampfsterilisator von Avent gekauft, kostet etwa 55 EUR. Damit sind wir sehr zufrieden, man kann etwa 3 Flaschen auf Vorrat sterilisieren (und im Steri drin lassen) und das ganze Handling ist sehr problemfrei.

Mit dieser Methode versorgen wir unser liebes Baby nun seit 12 Wochen und Sie “gedeiht” (wie die Kinderärztin sagt) ganz prächtig!

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RSS Trackback URL papsnkopf | 1. Mai 2007 (15:22)

Allgemein, Tipps & Tricks

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  • 4 Kommentare

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    1. was nütz dir keimfreies wasser wenn du es danach dann doch in den strahlenofen(mirkowelle) stellst?

    2. Sterilisieren sollte man ca. bis zum 1 Lebensjahr. Aber ist jedem seine Sache wie ich meine.

      Wir haben auch einen Avent Dampfsterilisator wie oben beschrieben. Wenn das ganze auch nicht so hochwissenschaftlich abläuft :-) Wir haben es ähnlich gemacht. Abgekochtes Wasser in Thermoskanne, mit normalem Wasser vermischt und mit vorportionierten Mengen HIPP Babynahrung vermischt.

      TIPP: Portionierer sind super und es geht super flott. Gibt es beim dm Drogeriemarkt und sind auch unterwegs immer in der richtigen Menge vorhanden und man muß das Zeug nicht in den Schachteln und Beutel mitschleppen.

    3. Vielleicht ist Dir aber schon aufgefallen, dass von den erwähnten 65% der Weltbevölkerung nicht gerade viele Kinder groß werden. Die Säuglingssterblichkeit liegt in vielen dieser Länder nämlich weit über 50%.
      Da hat keimfreies Wasser dann doch was für sich…

    4. Wozu bitte braucht ein Baby eine sterile Flasche, keimfreies Wasser etc.?
      Bei unserem ersten Kind haben wir auch noch so ein Theater gemacht.
      Aber bald war klar. Kinder haben ständig etwas im Mund und nehmen den ganzen Tag Keime auf. Und das ist auch gut so.
      Also: locker bleiben und nicht histerisch werden, wenn mal etwas auf dem Boden und danach im Mund landet.
      Ich schätze, dass 65% der Weltbevölkerung froh wären überhaupt einigermaßen sauberes Wasser zu haben. Von Keimfrei können die nur träumen. Trotzdem werden die auch groß.

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